"Ich will nach den Sternen greifen, durch die Nacht rennen. Ich will leben, wenn nicht jetzt, wann dann?" sage ich, stehe auf um loszurennen. Gehe langsam los, drehe mich um und warte auf deine Reaktion "Noch nicht jetzt", sagst du mit ernsten Blick. "Du hast Pflichten zu erfüllen. Du kannst nicht einfach leben, wie es dir gefällt!". "Nur für heute Nacht-" setze ich an, sehe jedoch wie du daraufhin den Kopf schüttelst "Und was ist morgen? Musst du nicht morgen zur Schule gehen?". "Muss ich" gestehe ich mir selbst leise ein, meine Vorfreude schwindet langsam, ich senke meinen Blick, richte ihn dann wieder auf dich und versuche es noch einmal: "Einmal kann ich doch zu Hause bleiben". Ich hebe eine Augenbraue und sehe dich erwartungsvoll ab, spüre wie sich ein triumphierendes Lächeln auf meinen Lippen ausbreitet. "Nein" sagst du, dein Blick ist noch immer ernst, jedoch ziert ihn nun ein amüsiertes Schmunzeln. "Das denken viele, aber das geht nicht. Mach die Schule fertig, such dir einen Job und dann kannst du, wenn du für dich gesorgt hast, tun was du willst" Ich verziehe mein Gesicht schmerzvoll, allein der Gedanke so ein 0815-Leben zu haben, finde ich furchtbar. Kurz schüttele ich den Kopf und drehe mich ohne noch einmal darüber nachzudenken um. Ich gehe langsam, lasse dich stehen und denke über deine Worte nach. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" sage ich noch einmal laut im Gehen, sodass du mich hören kannst. Ich bleibe stehen, bin jetzt schon weiter weg und drehe mich zu dir um, sehe dir direkt in die Augen und suche deine Aufmerksamheit. "Ich bin jung" sage ich, und gehe weiter.
Du, Gewissen. Ja genau du, du kannst mich mal.

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